Novum in der Türkei: Europa-Minister Bozkir nimmt an Gedenkfeier im Armenier teil

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Bei der Gedenkfeier des Armenischen Patriarchats zu Istanbul anlässlich des 100. Jahrestages der Ereignisse von 1915 wurde eine Botschaft des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan verlesen. Der türkische Präsident machte in seiner Botschaft deutlich, dass die Türkei das Leid der Armenier aufrichtig teile und dieses verstehe.

Weiterhin hiess in der verlesenen Botschaft, die Türken wüssten, welche betrüblichen Ereignisse die armenische Gemeinschaft durchmachen musste. Erdoğan betonte: „Die Türen unserer Herzen sind offen für die Enkel der verstorbenen osmanischen Armenier.“ Die armenische Gemeinschaft habe wertvolle ökonomische, kulturelle und politische Beiträge zum Osmanischen Reich und zur Türkischen Republik geleistet, so Erdoğan weiter, und er unterstrich, die Türkei werde diese nun würdigen.

Vertreter des Patriarchats begrüßten Präsenz des Ministers

Vater Tatul Anuşyan, ein Mitglied des Spirituellen Komitees des Armenischen Patriarchats, verlas am Freitag während der dort abgehaltenen Zeremonie die Botschaft des Staatsoberhauptes. Die türkische Regierung wurde von dem Minister für Europäische Angelegenheiten, Volkan Bozkır, bei der Zeremonie vertreten. Es war das erste Mal in der Geschichte der Türkischen Republik, dass ein Regierungsvertreter auf offizieller Ebene einem Gedenkgottesdienst für die Toten auf armenischer Seite teilnahm.

Vertreter des Patriarchats begrüßten die Anwesenheit eines Ministers bei ihrer Zeremonie. „Das ist recht vielversprechend und befriedigend. Ich denke, es ist ein Symbol für die positiven Schritte, die bislang gesetzt wurden“, äußerte Tatul Anuşyan.