Neues Bergbau-Unglück in der Türkei: „Zeit arbeitet gegen uns“

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Etwa 20 Arbeiter sind nach einer Wasserstoßwelle in einer Kohlemine in der zentralanatolischen Provinz Karaman am Dienstag in einem Stollen gefangen.

Der Unfall ereignete sich um die Mittagszeit in einer Kohlemine nahe dem Dorf Pamuklu im Bezirk Ermenek. Rettungsteams und Ambulanzen sind vor Ort.

Zu dem Unfall kam es, so der Gouverneur der Provinz, Murat Koca, nachdem im Untergrund angesammeltes Wasser einen Stollen geflutet hätte. „Über 40 Arbeiter waren zum Zeitpunkt des Unglücks in der Mine“, erklärte Koca gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu. „Die anderen haben die Mine verlassen, aber 20 Kumpel waren immer noch drin und arbeiteten, als der Stollen überflutet wurde.“

Nach neueren Angaben sollen sich noch 18-20 Arbeiter im Stollen befinden. Ein Offizieller aus der Mine gab an, 18 Kumpel wären in dem Stollen eingeschlossen gewesen, nachdem das Wasser eingetreten war. Acht sollen es geschafft haben, zu entkommen. Die Übrigen könnten allerdings auch ertrunken sein.

50 Meter Wasser in 350 Metern Tiefe

Energieminister Taner Yıldız besuchte gemeinsam mit dem Verkehrsminister Lütfi Elvan den Unglücksort. Man tue alles, um das Leben der eingeschlossenen Berbauarbeiter zu retten und sei damit beschäftigt, den Wasserpegel so tief möglich zu halten. Das gelinge jedoch nicht: „Alle zwei Stunden steigt der Wasserpegel um einen Meter. Die Zeit arbeitet gegen uns“, sagte Yıldız.

„Wir pumpen Wasser aus dem Stollen, um sie zu retten“, betont Şahin Uyar gegenüber dem TV-Sender NTV. „Dort sind 50 Meter Wasser in 350 Metern Tiefe. Die Masken halten zwei Stunden lang. Es gibt zwei Plätze, von denen man entkommen kann. Sie könnten aber auch ertrunken sein, weil das Wasser den Stollen schnell überflutet hat.“

Kumpel, die gerettet werden konnten, gaben an, dass dies der dritte Vorfall dieser Art sei und kritisierten die Regierung wegen der jüngst erlassenen Gesetze im Zusammenhang mit der Arbeits- und Pausenregelung im Bergbau.

Im Mai des Jahres wurde die Türkei vom schlimmsten Bergwerkunglück ihrer Geschichte heimgesucht, als 301 Arbeiter in der westtürkischen Stadt Soma starben, nachdem ein Feuer in den Stollen der Mine ausgebrochen war.